Dialog

Dialog bezeichnet einerseits eine Methode der Gesprächsführung in Gruppen, anderseits eine grundlegende Haltung in der Kommunikation bzw. in der zwischenmenschlichen Begegnung überhaupt.

Der dialogische Ansatz

Historisch betrachtet begann die Auseinandersetzung mit dem Dialog mit Sokrates und Platon. Die heutige Anwendung beruht wesentlich auf den Gedanken des Philosophen Martin Buber und des Physikers David Bohm. Sie wurde seit Mitte der 90iger Jahre von der Arbeitsgruppe um Peter Senge am Massachusetts Institute of Technology in die Arbeit an der Entwicklung von Organisationen eingeführt und durch dessen Beschreibung im inzwischen zu einem Klassiker der Managementliteratur gewordenen Buch „The Fifth Discipline“ bekannt gemacht.

In einer dialogischen Begegnung oder Kommunikation sind die folgenden Grundelemente wesentlich:

  1. Der Einzelne begegnet dem Anderen mit Respekt und entwickelt eine Kultur des empathischen Zuhörens.
  2. Er macht sich seine Gedanken, Gefühle und Intentionen bewußt und bringt diese offen zum Ausdruck.
  3. Er führt seine Positionen im Gespräch auf ihre Grundannahmen zurück und stellt diese zur Diskussion.

Diese Grundhaltungen haben sich als sehr gute Voraussetzung für ergebnisoffene, vorurteilsfreie und konstruktive Begegnungen erwiesen. Damit eignen sie sich, wie Senge beschreibt, als Basis für jedes Teamlernen. Insbesonders eignen sie sich aber für die Ermöglichung eines fruchtbaren Gesprächs über kulturelle Grenzen hinweg. Dieser dialogische Ansatz auch über seine Nutzung als spezifische Methode hinaus ein zentrales Element meiner Arbeit (siehe auch Eine dialogische Grundhaltung und Mein Coaching-Ansatz).

Methodisch stellt der Dialog, so wie er hier Bohm und Senge folgend verstanden wird, einen Gesprächsprozess in einer Gruppe dar. Der Moderator führt in die Methodik ein und gewährleistet, dass der geschützte „Raum“ für diesen Prozess zustande kommt und erhalten bleibt. Flankierend können spezielle Übungen zur Vertiefung der Grundhaltungen eingeführt werden.

Der Dialogprozess kann entweder „strategisch“, d.h. mit vorgegebenem Thema oder „generativ“, d.h. ohne eine solche Vorgabe durchgeführt werden.